2.2.3.2 Sycophancy und zustimmendes Antwortverhalten untersuchen
Ein weiteres Spielkonzept eignet sich dazu, Sycophancy zum Thema zu machen. Gemeint ist damit die Tendenz generativer KI, Aussagen der Nutzenden zu bestätigen, gefällig zu reagieren oder Annahmen weiterzuführen, selbst wenn diese fragwürdig oder falsch sind (vgl. Kap. 1.3).
In einem solchen Spiel können die Spielenden der KI bewusst irreführende, falsche oder verzerrte Informationen geben. Diese müssen keine extremen Verschwörungserzählungen sein. Bereits kleinere Behauptungen, etwa über angeblich außer Kraft gesetzte Naturgesetze oder offensichtlich unzutreffende Zusammenhänge, können ausreichen, um zu beobachten, wie die KI darauf reagiert.
Wichtig ist dabei: Die Entwickler*innen des ChatGameLab haben im Game Engine Prompt bereits versucht, sowohl Halluzinationen als auch Sycophancy einzuschränken. Die KI soll also nicht einfach allem zustimmen und die Spielenden auch herausfordern. In der Praxis haben wir Sycophancy recht gut eingedämmt, Halluzinationen kommen aber weiterhin abgeschwächt vor.
Gerade das kann pädagogisch interessant sein, weil es sichtbar macht, dass solche Probleme nicht allein durch zusätzliche Vorgaben verschwinden.
Im “Natürlich, Euer Majestät!” können die Spielenden selbst in die zustimmenden Rolle schlüpfen:
Natürlich, Euer Majestät!

Abbildung 12, Bild aus dem Spiel „Euer Majestät“
https://jff.de/link/euermajestaet
Mit Jugendlichen kann anhand dieses Spielkonzepts diskutiert werden, welche Risiken ein zu stark zustimmendes Antwortverhalten birgt. Dies betrifft nicht nur Fehlinformationen, sondern auch die Verstärkung von Vorurteilen, Stereotypen oder bereits vorhandenen problematischen Sichtweisen.
