2.1 Funktionsweise des ChatGameLab
Das ChatGameLab nutzt ähnliche KI-Modelle wie die Chatbots „ChatGPT“ (OpenAI) oder „LeChat“ (Mistral). Anders als diese Anwendungen ist das ChatGameLab jedoch nicht als allgemeiner Assistent angelegt, sondern als Werkzeug zur Entwicklung und zum Spielen interaktiver Geschichten. Das bedeutet, dass die KI hier nicht die Rolle eines allgemeinen Assistenten hat, sondern spezielle Vorgaben festgelegt werden – sogenannte Systemprompts (vgl. Kap. 1.3). Diese legen fest, welche Rolle die KI im Spiel übernimmt und wie sie reagieren soll.
Die Eingaben der Spielenden werden zusammen mit diesen Vorgaben über eine Programmierschnittstelle (API) an die KI-Modelle von OpenAI oder Mistral geschickt. Die KI erzeugt daraufhin Texte und Bilder. Die Plattform ChatGameLab stellt diese Antworten als Text-Adventure dar und macht daraus ein interaktives Spiel. Das Besondere an ChatGameLab liegt jedoch nicht nur in seiner technischen Funktionsweise, sondern vor allem in seiner pädagogischen Zugänglichkeit. Im Unterschied zu Tools wie Scratch oder App Inventor, die das Programmieren zwar vereinfachen, aber weiterhin ein vergleichsweise hohes Maß an technischem Verständnis, Logik und Strukturierung verlangen, können im ChatGameLab bereits wenige Sätze ausreichen, um ein spielbares Szenario zu entwickeln. Die Eingaben müssen dabei nicht perfekt formuliert sein. Auch umgangssprachliche, grammatikalisch oder rechtschriftlich fehlerhafte Eingaben können von der KI verarbeitet werden – und das in vielen verschiedenen Sprachen.
Dadurch dass das Tool besonders niedrigschwellig ist – sowohl für pädagogische Fachkräfte als auch für junge Menschen – können Spielideen schnell erprobt, verändert und weiterentwickelt werden, ohne dass zunächst klassische Programmierlogiken erlernt werden müssen. Das erleichtert den Einstieg und schafft Raum für kreative, thematische und reflexive Arbeit und für die Entwicklung von Kompetenzen im Umgang mit KI.
Gleichzeitig sind die möglichen Einsatzfelder sehr breit. Da das ChatGameLab auf die Fähigkeit generativer KI zurückgreift, interaktive Geschichten, Rollen, Konflikte und Szenarien zu entwickeln, lassen sich sehr unterschiedliche Themen aufgreifen: von popkulturellen Crossovern über persönliche Alltagssituationen bis hin zu gesellschaftlichen, historischen oder politischen Fragestellungen. Das Tool eignet sich damit nicht nur für spielerische Zugänge, sondern auch für medienpädagogische, kulturelle und politische Bildungsarbeit.
Die Bandbreite möglicher Spiele zeigt sich etwa an sehr unterschiedlichen Beispielen: Ein Spiel wie „Einhornroboter, rette Minecraft vor Bowser!“ knüpft niedrigschwellig an populäre Medienwelten an und lädt zum spielerischen Experimentieren ein. Ein Spiel wie „Mauerflucht 1981“ zeigt dagegen, dass sich mit dem ChatGameLab auch historische und gesellschaftlich relevante Themen in interaktive, erzählerische Szenarien übersetzen lassen.
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